Interessen - Glaube

    
 

Solange der Raum besteht
und fühlende Wesen leiden,
möge auch ich bleiben,
die Leiden der Welt zu zerstreuen.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
lass mich Liebe bringen in den Hass,
Verzeihung in die Schuld,
Einheit in die Zwietracht,
Wahrheit in den Irrtum,
Glauben in den Zweifel,
Hoffnung in die Verzweiflung,
Licht in das Dunkel,
Freude in die Traurigkeit.

Herr, lass mich mehr danach trachten
zu trösten, als Trost zu finden,
zu verstehen, als Verständnis zu finden,
zu lieben, als Liebe zu finden.

Im Geben empfange ich,
im Mich-Vergessen finde ich mich,
im Verzeihen erfahre ich Verzeihung,
im Sterben stehe ich auf zum ewigen Leben.

- Heiliger Franziskus -

Buddhismus

Die Grundlage des Buddhismus ist die sogenannten fünf Shilas einhalten.
Das sind folgende Verhaltensregeln:

  • Niemand zu töten oder zu verletzen
  • Nichts zu nehmen, was einem nicht gegeben wird
  • Kein sexuelles Fehlverhalten
  • Nicht zu lügen
  • Keine berauschenden Mittel, die den Geist trüben.

 

Antworten eines Swami:

    
 

Frage: Ist die indische Philosophie anwendbar auf die Probleme der modernen Welt?

Swami: Philosophie ist universell, wie auch die Wahrheit; es gibt keine auf Indien begrenzte, rein indische Philosophie. Philosophie ist eine Betrachtungsweise des Lebens und zugleich ein Zugang zum Leben. Quelle neuer wie auch alter Probleme der Welt sind Angst- und Furchtempfinden, die individuell, national oder global verspürt oder übertragen werden. Diese Probleme werden sich in ihrem Kern nicht ändern, solange Denken, Fühlen und Handeln der Menschen bestimmt sind von echter Not, Leiderfahrung und unzähligen Mangelempfindungen; Angst, Furcht vor dem Kommenden, Neid, Abwehr und Hass, die daraus entstehen, machen Frieden kaum möglich.

Frage: Was bedeutet Selbstverwirklichung, was sind charakteristische Zeichen für einen solchen Zustand, und welchen Nutzen bringt er der Gemeinschaft?

Swami: Für den, der Selbstverwirklichung erreicht hat, gibt es keine Einteilung in hoch und niedrig; Kasten- oder Standesunterschiede lösen sich für ihn auf; er schätzt und behandelt die anderen alle gleich. Selbstverwirklichung ist begleitet von dem Gefühl der Einheit mit allem Lebenden, Kosmischen. Es ist die Einsicht, in ein universelles Geschehen eingebettet zu sein. Toleranz, Friedfertigkeit, Gelassenheit, Schönheitssinn und Spontaneität sind einige Eigenschaften eines solchen Zustandes.

Menschen solcher Qualität werden im Widerstreit der Konflikte und Meinungen immer einen harmonisierenden Einfluss ausstrahlen, ausgleichend wirken. Somit bringt die Läuterung des eigenen Wesens hin zur Selbstverwirklichung automatisch Nutzen für die Mitmenschen und die Gesellschaft. Dies schließt nicht die Ethik der tätigen christlichen Nächstenliebe aus.

Frage: Können Sie eine Definition von Spiritualität geben, die man auch im Westen verstehen kann?

Swami: Spiritualität bedeutet Freiheit; gemeint ist eine innere Freiheit: frei von der Prägung der Herkunft, wie Familie, Gesellschaft und Beruf, von Religion, einem Guru oder Gott, auch Freiheit von jeglichem Freiheitsideal.

Eine Entbundenheit von mentalen Konstruktionen. Ein freier Mensch denkt und lebt jenseits der rivalisierenden Kräfte von Gut und Böse, frei von sich ergänzenden Prinzipien wie männlich und weiblich, Lauf und Gegenlauf - ohne dualistische Vorstellung. Ein spiritueller Mensch reagiert nicht auf ihn treffende Lebensumstände, Innen- und Außenleben verschmelzen. Er hat vollkommenes Vertrauen ins Leben.

aus "Indische Heilige", von Jenner Zimmermann

 

Gebet

Herr mach mich zu deinem Instrument deines Friedens.
Dort wo Hass ist - lass mich Liebe sähen, dort wo Kränkung ist - verzeihen.
Verwandle Zwietracht in Einigkeit - und Zweifel in Vertrauen.
Gib den Verzweifelten Hoffnung - und bring Licht in die Dunkelheit.
Aus Trauer soll Freude werden - denn seliger als Trost zu suchen - ist zu trösten.
Seliger als verstanden zu werden - ist zu verstehen - seliger als geliebt zu werden - ist zu lieben.
Denn im Geben liegt das Nehmen.
Im Verzeihen liegt die Vergebung und im Sterben -
liegt die Wiedergeburt zu ewigen Leben.
- Amen -